Stadtplan gratis für Websites wird schnell teuer

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Wie konnte meine Karte gefunden werden?
 

Über den Umgang mit Bildersuchmaschinen - damit Sie nicht abgemahnt werden oder gar Vertragsstrafe zahlen müssen, obwohl Sie meinten, die strittige Kartengrafik entfernt zu haben

Zur Motivation für diese dreiteilige Artikelserie:
Im Feldversuch zu Karten-Abmahnungen wurde an Hand der Reaktion von Angeschriebenen deutlich, dass viele nicht wissen, was die Existenz von Bildersuchmaschinen für sie persönlich bedeutet und wie sie damit umgehen sollten. In der Konsequenz wurden einige kostenpflichtig abgemahnt, obwohl sie gewarnt wurden und die beanstandete Karte (ihrer Ansicht nach) entfernt hatten.

Dieser Artikel soll Betroffenen und deren Webmastern helfen, solche Debakel zu vermeiden.

Was ist und wie arbeitet eine Bildersuchmaschine?

Bildersuchmaschinen entstanden aus dem Wunsch heraus, im Internet veröffentlichte Bilder genau so leicht finden zu können, wie normale HTML-Seiten. Also z.B. "Suche mir alle Bilder zum Thema *Abmahnung*".

Problem dabei: Es ist derzeit - im Gegensatz zu Textinhalten - noch nicht so ohne weiteres möglich, ein Bild maschinell darauf hin zu analysieren, was es "semantisch" darstellt - also zu welchen Themen bzw. Stichworten das Bild gehört bzw. was es "bedeutet".

Aus diesem Grund analysieren gängige Bildersuchmaschinen ersatzweise

  • den Kontext des Bildes, also die Texte, die in der Nähe des Bildes vorkommen,
  • den Dateinamen der Bilddatei selbst,
  • den Text, mit dem das Bild verlinkt wurde (falls es einen Link auf das Bild gibt) und
  • andere Metainformationen wie z.B. im IMG-Tag gesetzte Attribute etc.

Als Anbieter von Bildern im Web gibt es noch etwas zu beachten: Je nach den Umständen sowie der Konfiguration des Webservers sind (Bilder)Suchmaschinen NICHT nur auf Links angewiesen, um ein bestimmtes Bild zu finden. Es genügt u.U., dass das Bild auf dem Server ohne wirksamen Passwortschutz gespeichert ist (z.B. als Sicherheitskopie).

Die bekannteste Bildersuchmaschine ist die von Google: Google-Bildersuche [extern]. Gelegentlich wird Picsearch [extern] als Spezialist unter den Bildersuchmaschinen erwähnt. Und der Trend geht dahin, dass praktisch jede Suchmaschine (also hunderte bzw. tausende) eine Bildersuche anbietet.

Das Arbeiten mit Bildersuchmaschinen

Oberflächlich betrachtet, funktioniert eine Bildersuchmaschine bei der Abfrage ganz genauso wie eine normale Suchmaschine für Texte: Einfach ein oder mehrere Suchwort(e) eingeben, ggf. weitere Bedingungen setzen.

Praktisch ist es aber für gute Suchergebnisse oft wichtig, die Gepflogenheiten der Eigentümer von Websites bei der Festlegung von Dateinamen, Linktexten und Metadaten zu kennen bzw. zu erraten. Wer z.B. bei picsearch als Suchwort "Wegbeschreibung" eingibt, bekommt u.U. statt einer Karte mit Wegbeschreibung auch einen grafischen Button mit der Aufschrift "Wegbeschreibung" oder ein stilisiertes Auto - weil der Name der Bilddatei die Zeichenkette "Wegbeschreibung" enthält.
(Hinweis: Falls jetzt jemand auf die Idee kommt, seine Grafik durch Wahl eines irreführenden oder "sinnlosen" Dateinamens zu verstecken - das ist ein sehr riskanter Ansatz, denn auch das textliche Umfeld oder von Dritten gesetzte Links können von den Suchmaschinen ausgewertet werden. Die Erfassung von Inhalten durch Suchmaschinen verhindern zeigt zudem einen sehr viel wirkungsvolleren Weg, Inhalte zu verstecken.)

Andererseits führt die Eingabe von "Anfahrt" oder "Stadtplan" als Suchwort zu einer unüberschaubaren Anzahl an Treffern, weil diese Zeichenkette oft als Teil von Dateinamen entsprechender Grafiken verwendet wird. Falls jemand diese Treffer systematisch abarbeiten will, dann kann es sinnvoll sein, die Suche durch weitere Begriffe einzuschränken - also z.B. Angabe von Branche, Beruf, Hobby, Stadt etc.

Fortsetzung: Von Suchmaschinen erfasste Karten bzw. online-Inhalte entfernen
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 [cn]
 15.05.2004 13:50