"Es ist mir eine Ehre, als Spatz die Kanonen zu besch...mutzen, die mich beschossen haben!" - Rückmeldungen der Mitwirkenden am Feldversuch
Kann solch eine Aktion etwas bewirken?
"Ob's bei denen ankam, denen wir das Frühstück verzögert haben? Wenn ich an die wahnwitzige Anzahl von Leuten denke, die man mit einem einzigen Mal googlen outen kann, dann denke ich: eher nein"
"Das einzige, was mich etwas demotiviert: Die große Zahl Betroffener. Die können wir objektiv nicht alle warnen..."
"Auch wenn die Rückmeldungen doch recht dürftig waren, so denke ich schon, dass es sich gelohnt hat, Gefährdete anzuschreiben. Beschwert hat sich keine(r), stellenweise kam eine Dankesmail zurück, die mich sehr gefreut hat, einige Karten sind ohne Rückmeldung verschwunden."
"21,4 Prozent waren schon weg, da kamen wir also zu spät oder derjenige hat aus anderem Anlass reagiert. Den 31,4 Prozent Unbelehrbaren stehen 47,2 Prozent reuige Sünder gegenüber. Von denen, die ihre Karte noch hatten, haben 40 Prozent (noch) nicht reagiert, die restlichen 60 Prozent haben die Karte/Graphik/Domain entfernt. Wenn ich Umsatzeinbußen von 60 Prozent hätte, wäre ich nicht erfreut. Es lohnt sich also aus meiner Sicht."
"Ich finde, ja! Meine Freundin ist nicht ganz so begeistert, weshalb ich ein bißchen kürzer treten möchte. Aber regelmäßig einige zig-Leute anschreiben ist Ok für mich."
"Das Gefühl ist gemischt. Einerseits war wirklich angenehmer Dank dabei. Keiner hat sich wirklich beschwert. Aber überraschend wenige reagieren sofort, viele schieben es auf die lange Bank und vergessen es später ganz."
Welche Reaktionen habt Ihr bekommen?
Von denen, die geantwortet haben, ca. 10 Prozent, waren alle dankbar für die Warnung, einer eher misstrauisch, aber niemand hat sich auf den Schlips getreten gefühlt. Ich glaube, das waren die "Guten".
Wie hoch war der Teil, der nicht reagierte?
"Ca. 2/3 der Angeschriebenen haben auch nach 14 Tagen noch ihre Karten im Netz. So werden sie denn eben selber ins Netz gehen."
Manche Angeschriebenen haben nicht reagiert. Woran könnte das gelegen haben?
Ich denke, hierfür lassen sich unterschiedlich Gründe anführen:
1. Die Mail wurde als Spam aufgefasst und sogleich gelöscht.
2. Die Bedeutung der Mail wurde mangels Unrechtsbewusstsein nicht erfasst.
3. Die Reaktion dauert länger, da erst noch Verantwortliche gefunden werden müssen.
4. Pure Ignoranz.
"Wenn allerdings keine Reaktion erfolgte, scheint es müßig zu sein, noch weiter nachzuhaken - in diesen Fällen scheint wohl tatsächlich (mir völlig unverständlich) nur die Abmahnkeule zu helfen..."
Wie würdet Ihr die Aktion bewerten?
"Ich finde, das ist doch für eine 1. Aktion schon ganz beachtlich."
"Der Erfolg gibt uns doch recht. Ich habe eigentlich vorher nur mit einer Erfolgsquote von 5-10 Prozent gerechnet und wenn ich Euch so höre und auch meine Ergebnisse sehe, bin ich der Meinung, dass es da nur ein Motto geben kann ...... WEITERMACHEN."
"Super Aktion! Ich bin erstaunt, wie viele doch die Karten aus dem Netz nehmen. Das ist ein geeignetes Argument gegen die Abmahner, die sagen, es helfen nur kostenpflichtige Abmahnungen. Ich weiß noch wie heute, daß der Mann von Verlag XYZ mir sagte, sie hätten es probiert und nur 5 Prozent positive Reaktion erhalten. Klar sind die Rückmeldungen spärlich, aber die Urheberrechtsverletzung läßt sich damit zu einem guten Teil ohne Anwalt beheben."
"Letztlich bin ich vom Ausgang der Aktion enttäuscht. So wenige haben nach 2 Wochen reagiert. Offensichtlich ist der Brief Abmahnkeule erfolgreicher"
Wie habt Ihr die Durchführung erlebt?
"Nicht schlecht fürs erste Mal. Und ich denke, wir haben (uns selber und nach außen) gezeigt, dass wir koordiniert arbeiten können."
"Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat es super geklappt. Nur die Einträge in die Projekte mit b...c...c finde ich überflüssig. Lieber die Excel-Tabelle unter Daten ablegen, dann kann jeder, den es interessiert, die Ergebnisse verfolgen."
"Es hat mir Spaß gemacht, meine eigene kleine Statistik in Excel zu erstellen. Das kann man vielleicht in die paten.xls aufnehmen?! (mit Erklärung natürlich)"
"Die Durchführung des Projektes war zu Beginn etwas chaotisch, was sich aber aufgrund der gebotenen Eile und der unterschiedlichen Teilnehmer nicht verhindern ließ. Den weiteren Verlauf, z.B. die Einteilung in Unterprojekte fand ich dann aber sehr professionell!!!"
"Leider fiel das Projekt direkt in meine Urlaubszeit, in der ich auch viel unterwegs war und nur meine "lahme Internetverbindung" zu Hause zur Verfügung hatte, so dass ich nicht in dem Umfang mithelfen konnte, wie ich es ansonsten gerne getan hätte."
Tipps für ähnliche Aktionen:
"Der Geburtsprozess der Anschreiben (max. 2-3 Varianten) sollte im Vorfeld geschehen."
"Die Diskussion um den richtigen Text war mir ein bisschen zu langatmig - ich hab dann einfach einen Text aus den vorhandenen Beiträgen zusammengeschnitten, ergänzt und einfach angefangen."
Würdet Ihr Euch zu solch einer Aktion wieder melden?
"Auch ich habe gerne mitgemacht, und hätte mich nicht die Grippe umgeworfen - sicher auch noch intensiver."
Was würdet Ihr Euch wünschen?
"Vielleicht wird ja auf diesem Wege mal die große Presse darauf aufmerksam. So ein Bericht in den Nachrichten von einem kleinen unbeugsamen "Gallischen Dorf", das gegen die großen Abzocker kämpft, wäre das beste, was uns passieren könnte. In diesem Sinne weitermachen und mit den Ergebnissen die Redaktionen der einschlägigen Nachrichtenmagazine überfluten."
Was bleibt noch zu sagen?
"Geblieben ist ein gutes Gefühl, dass solche Aktionen möglich sind."
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