Stadtplan gratis für Websites wird schnell teuer

Sie sind auf dem Weg einen kostenlosen Stadtplan im Internet zu finden - PRIMA !
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Der Preis ist heiß – die Masche (k)alt
Tatsächlich könnte man denken, dass diese Forderung berechtigt erhoben wird. In den Nutzungsbedingungen des Unternehmens heißt es nämlich u. a.: "Werden Inhalte, kartographische Darstellungen oder Software, deren Urheberrecht bei hot-maps liegt, oder deren Urheberrechtsinhaber hot-maps zur Vertretung bevollmächtigt haben, ohne Genehmigung oder über den Umfang einer erteilten Genehmigung hinaus genutzt, behält sich hot-maps ausdrücklich vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und/oder Strafantrag zu stellen. Dies gilt auch für die
  Verlinkung (Internet-Verknüpfung) und tiefe Verlinkung mit hot-maps-Inhalten. Wir begrüßen jedoch, bis auf Widerruf, die Verlinkung auf unsere Startseite www.hot-maps.de, und die Aufnahme, auch unserer Unterseiten, in Suchmaschinen."

Man bemerke, auch für Links und "bis auf Widerruf", Suchmaschinen ausgenommen. Ich frage mich, welche Vorstellung von der Weiterverbreitung von Links diese Leute haben. Eine Rechtsgrundlage ist nicht ersichtlich, nach der diese Forderungen erhoben werden oder gar Strafverfolgung möglich sein soll. Schließlich präsentiert die Firma ihre Leistungen völlig freiwillig der Öffentlichkeit. Dass hot-maps nun  

eigene Regeln für die Internetnavigation aufstellen will, kann man wohl kaum ernst nehmen. So ist mir völlig unklar, warum man nicht einen Hinweis geben soll, dass sich ein bestimmter Anbieter sozusagen "auf die Strasse stellt" um seine Waren anzupreisen. Schließlich teilt man ja Freunden und Bekannten auch mit, zu welchem Friseur man geht, wo die neue Designer-Bluse oder die schicken Schuhe erstanden wurden und welche Werkstatt nach persönlichen Feststellungen gut arbeitet.

Die Forderungen von hot-maps zu begleichen, ist also nicht gerade angebracht. Und jedenfalls nicht ohne Rückfrage bei einem Anwalt. Zumal es ein leichtes für den Anbieter wäre, den Zugriff auf die Seiten abzusichern und zahlenden Kunden erst gegen Passwort zu gewähren.

Man kann sich natürlich gut vorstellen, dass unberechtigte Kopien der Karten verfolgt werden, dann sogar berechtigt. Allerdings nimmt hot-maps es mit dem Urheberrecht anderer selbst nicht so genau. Lesen wir doch da: "Der Autor ist bestrebt, in allen Publikationen die Urheberrechte der verwendeten Grafiken, Sounds und Texte zu beachten, von ihm selbst erstellte Grafiken, Sounds und Texte zu nutzen oder auf lizenzfreie Grafiken, Sounds und Texte zurückzugreifen. Sollte sich auf den jeweiligen Seiten dennoch eine ungekennzeichnete, aber durch fremdes Copyright geschützte Grafik, ein Sound oder Text befinden, so konnte das Copyright vom Autor nicht festgestellt werden. Im Falle einer solchen unbeabsichtigten Copyrightverletzung wird der Autor das entsprechende Objekt nach Benachrichtigung aus seiner Publikation entfernen bzw. mit dem entsprechenden Copyright kenntlich machen."

Na, so etwas empfehlen wir sicher nicht, außer natürlich vielleicht denjenigen, die hot-maps.de verlinkt haben. Man könnte das dann 1:1 übernehmen – und bei Bedarf gegen die Firma verwenden. Besser ist aber, man ignoriert die Düsseldorfer Wegelagerer und beseitigt entsprechende Links.

Während diese Zeilen entstehen, erkalten die "heißen Karten" übrigens zusehens. Das Angebot ist seit gut einem Tag nicht erreichbar, ein Ping auf den Server schlägt regelmäßig fehl. Vielleicht war es also nur heiße Luft, die da zum Kochen gebracht wurde. Dieses Süppchen werden wir aber noch eine Weile beobachten, um zu sehen, was es auf sich hat mit den dummfrechen Forderungen. Unseren Lesern empfehlen wir, das Angebot auch dann zu verschmähen, wenn dieses wieder verfügbar sein sollte. Es gibt wirklich genügend Alternativen, wie ein Blick auf Lycos [extern] beispielsweise zeigt.
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 [db]
 19.11.2003 12:12